Sven Lechtleitner

Autor. Dozent. Journalist.

Generation Y – Arbeiten trotz Lottogewinn

Die Sinnsuche am Arbeitsplatz beschäftigt eine ganze Generation. Millenials wollen nicht nur Geld verdienen – sie wünschen sich sinnvolle Aufgaben jenseits monetärer Anreize. Das belegt eine Studie zum „Sinn der Arbeit“ des Netzwerks Enactus e.V. in Zusammenarbeit mit der HHL Leipzig Graduate School of Management.

Eine Studie zur Generation Y ist eigentlich nichts Neues. Die sogenannten Millenials mussten in den vergangenen Jahren häufig den Kopf für Untersuchungen und Befragungen hinhalten. Aber: Mit dem „Sinn der Arbeit“ im Mittelpunkt überraschen manche Ergebnisse. Im Gegensatz zu anderen Untersuchungen haben die Macher auf den Begriff „Sinn“ komplett verzichtet. Der Grund: Unter Sinn verstehe jeder Befragte etwas anderes. Nur so könne man verschiedene Sinndimensionen erfassen, heißt es in der Studie. Insgesamt 1.132 Studierende – im Alter der Generation Y – an Hochschulen im deutschsprachigen Raum nahmen an der Online-Befragung teil.

Im Lotto gewinnen und dann direkt den Job schmeißen – das ist nichts für die Generation Y. Die Studienteilnehmer sollten in der Befragung angeben, wie hoch sie sich ihre Arbeitszeit im Falle eines Lottogewinns vorstellen. Vorausgesetzt: Mit dem Geld könnten sie unproblematisch ihr aktuelles Leben finanzieren. Lediglich 20 Personen gaben an, nach einem Lottogewinn ihre Arbeitszeit auf Null Stunden zu reduzieren. Diese Befragten, so die Schlussfolgerung, sehen Arbeit als reines Mittel zur Finanzierung ihres Lebensunterhalts an. Hingegen würden 155 der Befragten ihre Arbeitszeit unveränderte beibehalten. Weitere 338 streben im Falle eines Lottogewinns eine geringfügige Verringerung ihres Arbeitsvolumens an. Diesen beiden Personen-Gruppen sagen die Herausgeber der Studie ein starkes Sinnerleben nach.

Die Studierenden mit starkem Sinnerleben (arbeiten trotz Lottogewinn) beurteilen gesellschaftliches Engagement, Partizipation, Herausforderungen und Lernen höher als die restlichen Befragungsteilnehmer. Die Bedeutung von Macht bewerten Personen mit starkem Sinnerleben hingegen als weniger wichtig. Sie möchten eher Ideen entwickeln, kreativ sein und sich mit anderen Menschen austauschen. Bei der Arbeitgeberwahl legen sie Wert auf die Innovationskraft des Unternehmens sowie die Aufstiegs-, Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten. Dafür wären sie auch bereit, bei den Sozialleistungen und Altersvorsorge, den Urlaubstagen und auch bei der Work-Life-Balance Abstriche zu machen.

Im Vordergrund der Studie steht ebenso, wonach die Generation Y potenzielle Arbeitgeber auswählt. Daher mein Tipp: Lesen Sie auch die anderen Ergebnisse der Studie auf enactus.de nach.

Foto: © creative soul – Fotolia.com

Nächster in Artikel

Vorheriger in Artikel

© 2017 Sven Lechtleitner

Thema von Anders Norén